HEINRICH-FINKELSTEIN-PREIS 2019

Heinrich-Finkelstein Preisträgerin 2018 ist Frau Dr. med. Isabel Mönig, sie wurde auf der Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Bremen ausgezeichnet.

Heinrich-Finkelstein-Preis.

Die Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ) verleiht jährlich den Heinrich-Finkelstein-Förderpreis für hervorragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftler und –innen auf dem Gebiet der Pädiatrie und der Jugendmedizin.

Die Preissumme beträgt 6.000 € und kann geteilt werden. Der Preis ist für eine deutsch- oder englischsprachige Arbeit bestimmt, die aus einem Gebiet der klinischen und experimentellen Pädiatrie stammt. Die Arbeit kann bereits publizierte Ergebnisse enthalten. Die Autorin/der Autor muss Mitglied der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sein. Preisbewerber müssen ihre Arbeit in 4-facher Ausfertigung bis spätestens 28. Februar 2019 zur Präsidentin der Gesellschaft, Frau Prof. Dr. med. Olga Kordonouri, Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover, senden.

Heinrich Finkelstein, Kinderarzt und Pionier der Säuglingsheilkunde, hat zusammen mit Max Rubner, Otto Heubner und Adalbert Czerny um die Jahrhundertwende die Grundlagen unseres Wissens über Ernährung und Stoffwechsel des Kindes geschaffen.

Finkelsteins Hauptwerk ist ein Lehrbuch der Säuglingskrankheiten, das für Generationen von Kinderärzten in Europa und Lateinamerika, bis weit in die Nachkriegszeit hinein, zum Standardwerk wurde. Darin fasste er seine Erfahrung und seine Auffassung von einer ganzheitlichen Medizin so zusammen: Nur derjenige wird Säuglinge richtig beurteilen und mit Erfolg behandeln können, der sich gewöhnt, das kranke Kind und nicht den kranken Darm zum Gegenstand seiner Aufmerksamkeit zu machen.

Als Arzt war Finkelstein immer bestrebt, den Kindern Angst und Schmerzen zu ersparen; diagnostische Eingriffe seien nicht dazu da, die Neugierde des Arztes zu befriedigen.

Mit seinen Vorstellungen von einer umfassenden öffentlichen Säuglingsfürsorge war Finkelstein seiner Zeit weit voraus, vieles davon wurde erst Jahrzehnte später verwirklicht. Bereits 1905 forderte er u.a. die Ausdehnung der gesetzlichen Fürsorge für berufstätige Schwangere und Wöchnerinnen, die Einführung einer angemessenen Ruhezeit vor und nach der Entbindung, die Schaffung von Anstalten, die unterkunftslosen Mütter für längere Zeit das Zusammenleben mit ihren Kindern ermöglichen würden, die kostenlose Abgabe einer einwandfreien Säuglingsmilch an Arme sowie die Einrichtung von Säuglingsheimen und Säuglingshospitälern: Der Reichen Kinder leben, weil alle Bedingungen erfüllt werden, die Bürgschaft für ihr Gedeihen geben, der Armen Kinder sterben, weil in bitterer Not die Ernährung und Pflege versagt.

Heinrich Finkelstein

* 31. Juli 1865 in Leipzig;
† 28. Januar 1942 in Santiago de Chile

Heinrich-Finkelstein-Preis: Die Satzung

  • Die Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat einen Förderpreis geschaffen, der für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Pädiatrie und der Jugendmedizin vergeben werden soll.
  • Der Preis wird jährlich verliehen. Die Preissumme beträgt 6.000 €. Der Preis ist teilbar.
  • Der Vorstand der Gesellschaft gibt die Ausschreibung des Preises eine ausreichende Zeit vor der Jahrestagung in der Monatsschrift Kinderheilkunde bekannt.
  • Die Bekanntgabe der Preisträgerin oder des Preisträgers und die Übergabe des Preises erfolgen auf der Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
  • Der Preis ist für eine deutschsprachige oder englischsprachige Arbeit bestimmt, die aus einem Gebiet der klinischen und experimentellen Pädiatrie stammt. Die Arbeit kann bereits publizierte Ergebnisse enthalten.
  • Die Autorin/der Autor muss Mitglied der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und sollte jünger als 35 Jahre sein. Sind bei Einreichung der Arbeit mehrere Autoren beteiligt, so ist durch die Gesamtautorenschaft eindeutig zu kennzeichnen, wer sich als Preisträger bewirbt. Der Bewerbung ist eine Versicherung beizufügen, dass alle Koautoren der eingereichten Arbeit mit der Bewerbung für den Heinrich-Finkelstein-Preis einverstanden sind.
  • Die Preisrichter entscheiden nach Vorlage der Gutachten über die Vergabe des Preises. Das Preisrichterkollegium besteht aus dem jeweiligen Vorsitzenden der Gesellschaft sowie zwei weiteren Vorstandsmitgliedern. Den Preisrichtern ist es gestattet, die Arbeit weiteren Gutachtern zur Beurteilung vorzulegen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen